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ELSE-FRENKEL-BRUNSWIK-INSTITUT für Demokratieforschung in Sachsen

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Projekt in Sachsen

Emanzipatorische Handlungsräume und Antifeminismus im Erzgebirge

IN DEM SOZIALRAUMNAHEN FORSCHUNGSPROJEKT WERDEN GESELLSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN IM ERZGEBIRGE BETRACHTET. FOTO: EFBI

Im Forschungsprojekt Emanzipatorische Handlungsräume und Antifeminismus im Erzgebirge werden zivilgesellschaftliche Einschränkungen und Herausforderungen aber auch solidarische wie feministische Handlungsmöglichkeiten unter regionalen Bedingungen betrachtet.

Antifeminismus ist ein gemeinsamer Nenner rechter Bewegungen und Parteien und und hilft diesen Brücken in die breite Bevölkerung zu bauen – im ländlichen und städtischen Raum, regional, überregional und international. Denn es handelt sich nicht allein um ein Thema der extremen Rechten. Antifeministische Dynamiken, etwa die „Lebensschutzbewegung“ im Erzgebirge, zeigen sich fundamentalistisch-christlich und damit anschlussfähig für weite Teile der Gesellschaft. Deshalb wird der Antifeminismus teils nicht als eine fundamentale Bedrohung des demokratischen Zusammenlebens erkannt. Antifeminismus richtet sich allerdings nicht nur gegen feministische Prozesse der Emanzipation und Demokratisierung, sondern steht gleichzeitig auch in einer engen Verbindung zu Rassismus und Antisemitismus.

Im Erzgebirge finden sich aber auch zivilgesellschaftlich Engagierte zusammen, die sich mit diesen anti-demokratischen und anti-emanzipatorischen Dynamiken kritisch befassen. Engagierte zeigen Probleme auf, formulieren Kritik, stellen Strukturen der Unterstützung von Frauen und LSBTIAQ+ zur Verfügung, stoßen Debatten über rechte und frauenfeindliche Gewalt an, entwerfen Forderungen und Gegenbewegungen.

Expertise der Zivilgesellschaft als Forschungsgegenstand

Das besondere Interesse des Forschungsprojekts liegt auf der Expertise und den Perspektiven der vor Ort engagierten Zivilgesellschaft. Im Rahmen eines Fachtags sollen daher wissenschaftliche, journalistische und zivilgesellschaftliche Perspektiven vorgestellt und zusammen diskutiert werden. So werden auch die Forschungsfragen im Dialog mit den Engagierten vor Ort (weiter-)entwickelt.

Zentral ist die Frage danach, welche Bedeutung antifeministische Dynamiken für die Freiheit von Lebensentwürfen, für Prozesse der Demokratisierung und der Emanzipation in der Region und darüber hinaus haben. Im Forschungsprozess soll ein Reflexionsraum entstehen, in dem die Erfahrungen und Probleme im Umgang mit Antifeminismus verknüpft und diskutiert werden können. Zuletzt stellt sich auch die Frage nach den Möglichkeiten für ein freies, gleichberechtigtes und solidarisches Zusammenleben.