EFBI Policy Paper 2022-1: Verschwörungsglaube bei Jugendlichen

Das EFBI Policy Paper geht der Frage nach, ob schulische Bildung die Demokratie stärken kann, in dem sie Jugendliche über Verschwörungserzählungen und Falschnachrichten aufklärt.

Verschwörungserzählungen – zuletzt besonders rund um das Thema Corona – sind eine unterschätzte Gefahr für Demokratie und Gesellschaft. Durch ein vereinfachtes und personalisiertes Weltbild sowie eine daran anknüpfende ideologische Verlagerung von Gesellschaftskritik zu Kritik an einzelnen Personen, die an den Pranger gestellt werden, schüren sie Hass und weisen häufig Überschneidungen zu antisemitischen, völkischen und rechtsextremen Narrativen auf.
Demgegenüber sind formale und nicht-formale Bildungsprozesse wichtige Voraussetzungen für politische Mündigkeit und dienen so der Prävention gegen antidemokratische Einstellungen. Neben den formalen ( höheren ) Bildungsabschlüssen spielen zudem die konkreten Bildungsinhalte eine entscheidende Rolle für die Demokratiefähigkeit.

Schulzeit als entscheidende Phase der politischen Sozialisation

Dementsprechend gelten Schulzeit bzw. Jugend als entscheidenden Phasen der politischen Sozialisation. Insbesondere die Gruppe der Jugendlichen wurde bisher jedoch in Bezug auf Verschwörungsglauben wenig beforscht. Wo begegnen junge Menschen solchen Erzählungen? Wie anfällig sind sie für coronabezogene Verschwörungserzählungen? Welche Einflussfaktoren begünstigen den Glauben an diese?
Im neuen Policy Paper des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts werfen die Autorinnen und Autoren auf Basis der Sekundäranalyse einer repräsentativen Befragung von 2.064 jungen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren einen Blick auf die Rolle von Social Media und Bildung für den Glauben an und den Umgang mit Verschwörungserzählungen. Außerdem weisen sie auf Ansatzpunkte für die schulische und außerschulische politische Bildung hin, um junge Menschen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Verschwörungserzählungen und Falschnachrichten zu befähigen.

Über das EFBI

Das an der Universität Leipzig angesiedelte Else-Frenkel-Brunswik-Institut (EFBI) bildet eine Forschungsinfrastruktur in Sachsen, die demokratiefeindliche Einstellungen, Strukturen und Bestrebungen erforscht und dokumentiert. Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Formen der Diskriminierung, die Strategien und Dynamiken rechts-autoritär motivierter Bündnisse und die Stärkung demokratischer Politik.

Die Entwicklung dieser Veröffentlichung wurden als Projekt des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (Teilinstitut Leipzig) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Pressekontakt

Pia Siemer

Referentin für Wissenschaftskommunikation
Strohsackpassage
Nikolaistr. 6-10
04109 Leipzig

Tel.: 0341/ 97-37892

E-Mail: pia.siemer@uni-leipzig.de

 

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