EFBI Policy Paper #1: AfD-Wähler glauben besonders oft an Verschwörungserzählungen

Eine Daten-Analyse von EFBI Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat gezeigt, dass Verschwörungserzählungen bei AfD-Anhängerinnen und -Anhängern deutlich verbreiteter sind als bei den Befürwortern anderer Parteien. So glauben zwei Drittel der AfD-Parteigänger an Covid-19-bezogene Verschwörungserzählungen, unter Anhängern der Grünen kommen Verschwörungserzählungen hingegen am seltensten vor.

Für das erste EFBI-Policy Paper haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am zusammen mit Prof. Dr. Elmar Brähler die Daten der im November 2020 erschienen Leipziger Autoritarismus Studie (LAS) einer vertieften Untersuchung unterzogen. Dabei stellten sie fest, dass es einen statistischen Zusammenhang zwischen der Zustimmung zu Verschwörungsmentalität, der Parteipräferenz sowie der Selbstverortung auf einer Links-Rechts-Skala gibt. Außerdem zeigt die Analyse, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen antisemitischen Aussagen und Verschwörungserzählungen, auch jenen, die den Corona-Virus thematisieren, gibt.

Für Institutsleiter Oliver Decker zeigt sich damit noch einmal, „dass die AfD ein großes Problem bei der Auseinandersetzung mit anti-modernen und antisemitischen Inhalten hat“. Dass Verschwörungserzählungen unter Befragten mit einer Präferenz für die Grünen am seltensten verbreitet sind, erklärt Elmar Brähler damit, dass der Partei „ein Großteil ihrer verschwörungsgläubigen Wählerinnen und Wähler abhandengekommen ist, wie schon ein paar Jahre vorher CDU/CSU und SPD einen großen Teil ihrer rechtsextrem eingestellten Anhängerschaft verloren haben. Sie haben bei der AfD ihre neue Heimat gefunden“.

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