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ELSE-FRENKEL-BRUNSWIK-INSTITUT für Demokratieforschung in Sachsen

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Projekt in Sachsen

Geschlechterdemokratie im Erzgebirge

IN DEM SOZIALRAUMNAHEN FORSCHUNGSPROJEKT WERDEN GESELLSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN IM ERZGEBIRGE BETRACHTET. FOTO: EFBI

Im Forschungsprojekt Geschlechterdemokratie im Erzgebirge werden regionale Konfliktlinien und Perspektiven zu den Themen reproduktive Gerechtigkeit und geschlechtsspezifische Gewalt betrachtet.

Wie die Teilhabe der Menschen in der Gesellschaft ist, entscheidet über den Zustand der Demokratie. Das gilt auch und gerade für die Rechte von Frauen in der Gesellschaft und für Versuche der Umsetzung von Geschlechterdemokratie. Geschlechterdemokratie bedeutet die Anerkennung von Verschiedenheit auf der Grundlage von gleichen Rechten und Möglichkeiten unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung. Dies beschreibt eine bisher uneingelöste Forderung für das gesellschaftliche Miteinander. Wenn Ungleichwertigkeitsvorstellungen und Gewalt die Beziehungen zwischen den Geschlechtern dominieren, dann ist das demokratische Zusammenleben gefährdet. 

Gerade nach dem Ende der DDR haben sich nicht nur die ökonomischen oder politischen Lebensbedingungen im Erzgebirge verändert, sondern auch die Rechte von Frauen. Wie schon in der jüngeren Vergangenheit, so ist auch die Gegenwart des Umgangs mit Frauenrechten durch viele soziale und politische Konflikte geprägt. Exemplarisch ist das Recht auf Schwangerschaftsabbruch zu nennen. Es sorgt gerade im Erzgebirge für eine starke Polarisierung und für Proteste. Auch in den Feldern Gewaltschutz und Frauenberatung sind in den letzten Jahrzehnten im Erzgebirge Konflikte zu Tage getreten, die im Forschungsprojekt besprochen und verstanden werden sollen.

Konfliktlinien nachvollziehen, Probleme benennen, Chancen sehen

Wir versuchen die verschiedenen Konfliktlinien nachzuvollziehen, weil wir interessiert sind herauszufinden, wie die lokale Bevölkerung die Debatten wahrnimmt, wie sie selbst involviert ist, welche Probleme und welche Chancen sie sieht. Die Grundlage der Forschung bilden Gruppendiskussionen und Interviews, in denen alltägliche Erfahrungen und Konfliktdynamiken gleichzeitig zur Sprache kommen und reflektiert werden können. Zentral ist die Frage, welche Bedeutung Geschlechterdemokratie für die Freiheit von Lebensentwürfen und das gesellschaftliche Miteinander in der Region und darüber hinaus haben. 

Antifeminismus im Erzgebirge - eine Audiodokumentation vom Else-Frenkel-Brunswik-Institut

Im Dezember 2021 fand ein vom EFBI ausgerichteter Fachtag zum Thema "Antifeminismus im Erzgebirge" statt. In der gleichnamigen Audiodokumentation geben die freien Journalistinnen Anna Vosgerau und Eva Weber einen Einblick in die Thematik und Situation vor Ort. Als Antifeminismus kann die organisierte Gegnerschaft zu feministischen Emanzipationsbestrebungen gelten. Antifeministische Strukturen und Bewegungen gehen nicht nur von der extremen Rechten aus, sondern auch von der sogenannten Mitte der Gesellschaft. So gibt es im sächsischen Erzgebirge immer wieder Auseinandersetzungen über das Recht auf Selbstbestimmung von Frauen und LSBTIQ.

Die Audiodokumentation bietet einen Eindruck der beim Fachtag geführten Diskussionen, gibt eine Einführung in das Thema Antifeminismus und erklärt die spezielle Situation im sächsischen Erzgebirge. Der Fachtag wurde in Kooperation mit Agenda Alternativ e.V., der Amadeu Antonio Stiftung, dem Gunda-Werner-Institut und dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt organisiert.