EFBI Policy Paper 2025-4: Kritik und Utopie im Verschwörungsbild
Gastautor Professor Georg Vobruba, österreichischer Soziologe und emeritierter Professor an der Universität Leipzig, schreibt im neuen EFBI-Policy Paper darüber, wie Verschwörungsweltbilder funktionieren und welcher Funktion Utopien in diesen Erzählungen dienen.
Das Verschwörungsweltbild führt zur Totalkritik der Gesellschaft. Alternativen sind nur als Utopien denkbar, in denen die sozialen Verhältnisse als fundamental anders vorgestellt werden. Für soziale Sicherheit folgt daraus, institutionalisierte Formen von Sozialpolitik durch „gemeinschaftliche“ Hilfsformen zu ersetzen. Für die politische Willensbildung bedeutet es die Abschaffung der repräsentativen Demokratie zugunsten von direkter Demokratie. In diesem Policy Paper zeigt Georg Voruba, dass in der Praxis, in Kontrast zur verschwörungsdenkerischen Befreiungsrhetorik, aus solchen Utopien menschenfeindliche Dystopien werden.
Georg Vobruba, Prof. Dr., ist ein österreichischer Soziologe und emeritierter Professor an der Universität Leipzig. Die Hauptarbeitsgebiete von Vobruba sind Soziologie der Sozialpolitik, Europasoziologie und Gesellschaftstheorie. Der Text des vorliegenden Policy Papers basiert zu Teilen auf Vorträgen, die der Autor am 22.10.2024 am Vienna Centre for Societal Security (VICESSE) und am 26.11.2024 im Rahmen der Ringvorlesung „Dystopie und Utopie – die Situation unserer Zeit“ an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena gehalten hat.
Über das EFBI
Das an der Universität Leipzig angesiedelte Else-Frenkel-Brunswik-Institut (EFBI) bildet eine Forschungsinfrastruktur in Sachsen, die demokratiefeindliche Einstellungen, Strukturen und Bestrebungen erforscht und dokumentiert. Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Formen der Diskriminierung, die Strategien und Dynamiken rechts-autoritär motivierter Bündnisse und die Stärkung demokratischer Politik.
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